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Die angebliche Geschlechtsumwandlung
Die Gesellschaft - Die Sozialisierung
Findet eine Geschlechtsumwandlung tatsächlich statt?
Der Mensch nimmt sein Gegenüber als erstes optisch war. Er sieht einen Mann oder eine Frau. Er sieht, wie dieser Mensch gekleidet ist. Er sieht, wie dieser Mensch sich bewegt, kann ihn riechen, hören, wahrnehmen. Der Mensch ist ihm entweder sympathisch, unsympathisch, befremdend etc.
Jeder Mensch sucht sich seinen Platz in der Gesellschaft. Wer bin ich? Wie bin ich? Wo stehe ich in der Gesellschaft? Was will ich in meinem Leben erreichen?
Fragen, die jeden in seinem Leben immer wieder beschäftigen.
Gerade die Pubertät ist eine wichtige Phase. Der Junge wird zum Mann. Er ahmt Erwachsene nach. Er eifert Idolen nach. Er will wie dieser oder jener sein.
Die Sozialisierung findet statt. Der Junge lernt, welche Aufgaben ein Mann hat. Wie ein Mann sich in seiner jeweiligen Kultur verhaltet, damit er Ansehen und Anerkennung findet.
Ein transsexueller Mensch wird im falschen Geschlecht sozialisiert
Da der Transsexuelle in der Schweiz nicht schon in den Kinder- und Jugendjahren eine Behandlung in Anspruch nehmen darf, wird er im falschen Geschlecht sozialisiert.
Die Geschlechtszugehörigkeit des Transsexuellen wird optisch wahrgenommen. Also über den Körper, der aber mit dem mentalen Geschlechtsempfinden nicht übereinstimmt. Und somit beginnt von Kindheit an eine schwierige Situation.
Viele Transsexuelle beginnen nun, die Rolle des körperlichen Geschlechts so gut als möglich zu übernehmen, denn sie wissen selber noch nicht, dass man ihre Krankheit behandeln kann und glauben meist, sie müssten sich diesem Schicksal fügen.
Transsexuelle lernen eine Rolle zu übernehmen, die nicht ihrer Natur entspricht und können somit nicht sich selber leben und sein. Diese Rolle beginnt mit den Jahren immer schwieriger zu werden. Gerade in der Pubertät kann diese Situation verheerende Folgen haben. Sie werden als heranwachsendes Mädchen behandelt und eigentlich fühlen sie sich gar nicht so. Und wie peinlich es doch ist, rot und schüchtern zu werden, wenn das begehrte Mädchen einen anspricht.
Als Erwachsener begreift man immer mehr, dass man so nicht mehr weiterleben kann. Der Druck und das Leiden nehmen ein Ausmass an, dass dieses Leben nicht mehr zu ertragen ist. Als Erwachsener ist der Transsexuelle nun auch in der Lage, sich zu informieren, welche Möglichkeiten bestehen, um dieser Situation zu entkommen.
Die Umwandlung beginnt - findet wirklich eine Umwandlung statt?
Nun begibt sich der Transsexuelle in Behandlung und darf endlich sein mentales Geschlecht leben. Mit den Hormonen verwandelt er sich optisch zu einem Mann. Die Geschlechtsangleichende Operation erlaubt ihm auch, ein gesundes Gefühl für seinen Körper zu entwickeln. Sein mentales Geschlechtsempfinden und sein körperliches Geschlecht bilden nun eine Einheit, wie dies für die Mehrheit der Menschen seit Geburt selbstverständlich ist.
Und nun beginnt auch im Verhalten eine Verwandlung. Er ist in der Phase einer zweiten Pubertät. Die Hormone und der Körper geben ihm eine neue Möglichkeit, sein Ich, sein Geschlechtsempfinden zu leben und dies auch nach aussen.
Die Sozialisierung beginnt von Neuem. Und diesmal fällt es dem Transsexuellen leichter, seinen Weg zu finden. Er übernimmt keine Rolle mehr, sondern er lässt seinem mentalen Geschlechtsempfinden freien Lauf. Er kann sich selber verwirklichen und sich selber sein. Und manchmal ist der Transsexuelle in dieser Phase der Entwicklung genauso tollpatschig, wie Jugendliche es auch sind.
Gegen aussen findet aber tatsächlich sichtbar eine Verwandlung statt. Eine optische Verwandlung, eine spürbare Verwandlung, ein Trugbild.
Eine innere Umwandlung oder Verwandlung findet nicht statt. Es ist lediglich eine Befreiung zur eigenen Persönlichkeit.
Für die Mitmenschen führt eine zweite Pubertät des Transsexuellen mit 25 Jahren oft zu Situationen, die schwer zu verstehen sind. Am Arbeitsplatz, trotzdem die Mitarbeitenden informiert sind, und im Bekanntenkreis wird das Verhalten von einem Erwachsenen erwartet. Die Unausgeglichenheit eines Pubertierenden, die bei einem Jugendlichen hingenommen werden, sind nicht mehr erlaubt und stossen immer wieder auf Ablehnung.
Je früher ein Transsexueller behandelt wird, desto besser die Sozialisierung
Je früher Transsexualität erkannt und behandelt wird, desto einfacher ist auch die Sozialisierung.
Der Betroffene erlebt gleichzeitig mit seinen Altersgenossen die Pubertät. Die Sozialisierung findet unter gesunden Rahmenbedingungen statt. Der Transsexuelle wird viel natürlicher in seinem Umfeld aufgenommen. Wodurch viel Leid verhindert werden kann.

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