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"Ich bin ein Mädchen." Spielte mit Puppen, band sich Schleifen ins Haar, zog die Kleider der älteren Schwester an.
Die Mutter: "Sie weinte bitterlich, wenn ich sie als Junge anziehen wollte."
Nur eine kindliche Marotte?
Nein, Johanna ließ von ihrer Überzeugung niemals ab.
Mutter Anke begann, die Transsexualität ihres Sohnes zu akzeptieren. Die Verwandtschaft schämte sich des Kindes, die Ehe der Eltern zerbrach.
Ab der zweiten Klasse lebte Johanna offen als Mädchen. Klassenkameraden beschimpften sie als "abartig". Ein Lehrer hörte nicht auf, sie bei ihrem männlichen Vornamen zu rufen.
Beim Sportunterricht ging Johanna mit ihren Freundinnen in die Mädchen-Umkleide. "Die Lehrerin zog mich heraus und schickte mich zu den Jungs, weil auf der Liste nun mal stand, dass ich ein Junge bin." Beim Schwimmen wusste sie nicht, wie sie ihren Penis im Bikini-Slip verbergen konnte.
Vor einem Jahr schließlich begann an der Hamburger Universitätsklinik die bisher einmalige Behandlung, genehmigt von einer Ethikkommission (Richter, Geistliche, Ärzte).
Doktor Achim Wüsthof (37), Kinderarzt und Hormonspezialist, gibt Johanna Sexualhormone. "Inzwischen hat sich ein leichter Brustansatz entwickelt, wie bei Mädchen dieses Alters üblich."
Beim Standesamt läuft ein Antrag auf Namensänderung. Sobald es die Gesetze erlauben, soll in einer Operation auch der letzte Schritt zur Geschlechtsangleichung folgen. Johanna: "Mein Penis hat noch nie zu mir gehört."
Tapfer, wie uneingeschränkt die Mutter ihr Kind unterstützt: "Eine Mutter will immer nur das Beste für ihr Kind. Und das Beste für Johanna ist, dass sie endlich als das leben darf, was sie ist: ein Mädchen."
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